Wechselhaft doch stabil

Anthony Cragg im Ehrenhof (Düsseldorf) 6.9.2018 – 10.02.2019

Der britische Bildhauer, Tony Cragg (Liverpool 1949) hat viele Verbindungen mit Nordrhein-Westfalen, sowie mit Düsseldorf. Er lehrte an der Kunstakademie Düsseldorf ab 1979, als Professor zwischen 1988 und 2001 und zwischen 2006-2014, des Weiteren hatte er das Amt des Rektors zwischen 2009 und 2013 inne.

Allerdings zog er schon 1977 nach Wuppertal, wo die Cragg Foundation auf seine private Initiative den Skulpturenpark Waldfrieden 2008 eröffnete. Hier ist eine wachsende Sammlung aus Werken internationaler Bildhauer zu sehen, darunter aus seinen, und finden wechselnde Ausstellungen, Konzerte und kulturwissenschaftliche Veranstaltungen statt. Er entwarf in den 70-ern Plastikstücken, ab Mitte der 80-er Bronzeplastiken und in den 90-ern erschienen seine für den Außenbereich geschaffenen Skulpturen. Cragg nahm an verschiedenen bedeutenden internationalen Ausstellungen teil, wie Documenta in Kassel, Biennalen in Venedig und Sydney. 1988 erhielt er den britischen Kunstpreis, den Turner-Preis.

Die aktuelle Ausstellung in Düsseldorf ist nicht groß, doch zeigt die Vielfältigkeit seines Schaffens. Cragg arbeitet nämlich mit Bronze, Stein, Edelstahl, Glas, Polyester (Glasfaser) und Holz, und widmet sich auch der Zeichnung. Im öffentlichen Raum sind vier neue Skulpturen zu sehen, ein aus Edelstahl, ein aus Carbon- und Glasfaser und zwei Bronzeskulpturen. Sie bestehen aus kleineren, runden, kreisenden Formen, die organisch aufeinander wachsen, wie Pilze; sich aufeinander schichten, wie abkühlende Stücke flüssiger Lava. Diese Skulpturen sind statisch stabile, den Lasten widerstehende Konstruktionen, die stehen bleiben. Auch wenn ihre Gestalt leicht, dünn ist und wechselhaft sogar instabil erscheint, wie im Fall „Point of View“.

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Vorne: Anthony Cragg, Point of View, 2018, 650 x 177 x 179 cm, Stainless Steel © VG Bild-Kunst (Tony Cragg)

Im Innenbereich des Kunstpalastes befinden sich zahlreiche Zeichnungen und ein Paar weitere Skulpturen. Hier sieht man, wie der Künstler beim Zeichnen seine Figuren nicht aus geraden Linien, sondern aus manchmal unendlich erscheinenden kreisenden Bögen und Spiralen entwickelt, um ihnen Plastizität zu verleihen. Die Zeichnungen bieten vielleicht Ideen und Möglichkeiten für seine Bildhauerei, und helfen uns Betrachtern das Entstehen seiner Kunst, dadurch die Dynamik seiner Arbeiten nachzuvollziehen.

Im Museum Kunstpalast Düsseldorf.

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