Der hinkende Jonathan

In unserer Art zu reden zeigen sich unsere Eigenheiten. Unsere Sprache gehört zu uns wie unser Blick und unser Gang.“ James Krüss: Mein Urgroßvater und ich S. 27

Mein Sohn war krank vor einer Woche, hohes Fieber befiel ihn. Als es ihm schon ein wenig besser ging, begann ich ihm das Buch Mein Urgroßvater und ich von James Krüss vorzulesen. Das Timm Thaler las er schon. Ich las allerdings nur die erste Geschichte über den hinkenden, stotternden Jonathan vor, denn er las dann das Buch schon selber weiter.

In dieser Geschichte rettet der schüchterne Hummerfischer aus Helgoland eine Frau aus dem Meer. Demnächst stellt sich heraus, dass die Schiffbrüchige ebenso stottert und hinkt, wie er — als Folge des Schiffbruchs. Ihr gelingt es aber sich dem Stottern und dem Hinken allmählich zu entwöhnen. Und dann auch dem Hummerfischer gelingt es, Jonathan, der sie immer begleitet.

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Ich versuche dieses Buch schon zumindest zum dritten Mal vorzulesen. Viel weiter komme ich nicht, als die erste Geschichte (*stolz). Wahrscheinlich schmücke ich diese noch mit Familiengeschichten aus, statt sie vorzulesen, denn sie rührt mich immer wieder sehr. Sie gibt mir die Hoffnung, dass wir unsere Sprache und unser Benehmen formen und entwickeln können, und all unsere Stottern und Hinken im Leben nur Gewohnheiten sind.

James Krüss: Mein Urgroßvater und ich, Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2009 (1959)

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