Bauhaus und Fotografie

Bauhaus ist für mich eine wirkungsvolle und bewundernswerte Bewegung, die unheimlich viele künstlerische Werke hervorgebrachte, Designobjekte und Architektur entwickelte, darüber hinaus Arbeitsraum für kreative und freie künstlerische Konstruktion eröffnete.

Eine ganze Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen präsentieren zum Jubiläum 2019 mit dem Titel „100 Jahre Bauhaus im Westen“, dass das Bauhaus, „das große Laboratorium der Moderne“ die Kunst von heute inspiriert und prägt. In diesem Rahmen setzt das Museum NRW-Forum in Düsseldorf die Ausstellung „Bauhaus und die Fotografie“ zwischen 7. Dezember 2018 und 10. März 2019 in Szene mit der Fragestellung:

 „Wie tragen die Neuerungen durch das Bauhaus auch heute noch zur Weiterentwicklung fotografischer Bildsprachen bei?“

Ich möchte nur ein Paar Eindrücke teilen, die ich bei dem Besuch im NRW-Forum sammelte. Mich beeindruckten freilich spontan diejenigen Form- und Farbkompositionen, die für mich neue fotografische Annäherungsmöglichkeiten (mit einigen mir bekannten Elementen) präsentierten. Sie erinnerten mich womöglich teilweise an etwas, das in meinem Foto-Gedächtnis vorhanden war.

Thomas Ruff: phg.05_II (2014)

„phg.05_II“ von Thomas Ruff (1958). Ruff‘s „phg“-Serie (2014) weist im Titel auf das Format des fotografischen „photogram“, also „Fotogramm“, und auf das davon entwickelte neue, vollständig digitale Detailformat. Während Moholy-Nagy mit dem Fotogramm eine fotografische Technik ohne Kamera schuf, indem er Gegenstände auf Fotopapier legte und sie belichtete, transformiert Ruff das Fotogramm in den virtuellen Raum. Selbst das Papier und die Gegenstände sind digital simuliert und generiert. Der Künstler überschreitet und erweitert dadurch die (traditionellen) Grenzen der Fotografie, und hinterfragt die Aussage von Moholy Nagy:

„Fotografie ist Gestaltung des Lichts“

Max de Esteban: Heads Will Roll (2014) 

Die andere Fotoserie, die meine Aufmerksamkeit spontan auf sich zog, ist von Max de Esteban (1959). Die Bilder sind digitale Fotocollagen mit dem Titel „Heads Will Roll“ (2014). Auf ihnen tauchen Motive aus den Massenmedien und aus der Moderne auf, projizieren Realität und Fiktion auf einander. Verschiedene, meist intensive, emotionsgeladene Ebenen werden geometrisch auf einander geschichtet, und erzeugen, ähnlich, wie die Spiralform bei Ruff´s phg.5_II, eine imaginäre Dreidimensionalität.

Ausstellungsansicht

Ich erwähnte nur ein Paar schöne Eindrücke. Die Ausstellung ist facettenreich, es lohnt sich ein Besuch, denn es gibt viel zu entdecken.

NRW-Forum, Düsseldorf: „Bauhaus und die Fotografie“ 07. 12 2018 – 10.03.2019

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