Dem Leben die Tür öffnen

„Denn wer nicht erzählen kann, verschweigt seinen Lebenstraum, den er sich nicht eingesteht und den er somit auch nie wird leben können“ S. 63. „Wenn du deinem Leben die Tür öffnest, zeigt es mehr Phantasie, als du dir erträumen kannst.“ S. 69.

Thomas Vogel: Die letzte Geschichte des Miguel Torres da Silva, Klöpfer & Meyer 2001 Tübingen

Diese Sätze begleiten mich. Ich weiß, dass ich sie nicht einfach wegwischen kann. Es geht um mein Leben. Mir bedeuten diese Sätze nicht, dass ich unzufrieden sein sollte, weil ich Träume habe, die ich noch nicht verwirklicht habe. Sondern, dass ich mir meine Träume vor Auge halten muss.

Da stellt sich aber die Gegenfrage: Ist das aber nicht egoistisch?

Träumen und Erzählen – so die Behauptungen.

Träumt man zwar sich selbst, aber erzählt für Menschen, die ihm zuhören. Ist es tatsächlich wichtig unsere Geschichten einander zu erzählen und den Geschichten von einander zuzuhören?

Wenn ja, dann heißt es eher, unsere Träume mit einander zu teilen, und weniger uns an die schönsten Momente unseres Lebens zu erinnern oder unsere Zukunftsvisionen kundzugeben. Oder noch eher, als nur das Träumen zuzulassen: „deinem Leben die Tür zu öffnen“.

Nicht immer nur den Erwartungen zu entsprechen, sich in eine Schublade stecken zu lassen, sondern das eigene Leben zu leben. Nicht einfach. Man klettert aus einer Schublade heraus nur um sich in eine andere einzupassen. Den Lebenstraum nicht zu verschweigen ist vielleicht die schwierigste Lebensaufgabe. Was meint ihr?

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wicca Secret sagt:

    Träume sind ein Teil von uns. Ein sehr wichtiger. Wenn wir uns nicht auf sie einlassen, dann fangen sie an uns zu verfolgen. Sie brauchen Raum damit wir sie verstehen können und wenn nötig sie ins Leben rufen. Ob wir sie anderen erzählen müssen muss jeder für sich selbst entscheiden. Leben sollten wir die, die uns am Herzen liegen. Schubladen sind etwas zum verstauen. Also verstauen was man nicht mehr braucht und dann vergiss die Kommode mit all ihren Schubladen. Sei dich selbst. Sich selbst leben halte ich nicht für Ego. Es ist unsere Verpflichtung uns selbst zu sein. Sonst können wir weder uns selbst, noch anderen ehrlich gegenüber treten.

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    1. Veronika sagt:

      Danke, Robert, ich bin mit Dir einverstanden. Ich fragte mich so oft, warum in diesem Zitat das Erzählen mit dem Träumen verbunden ist. Und ich darauf gekommen, dass erzählen sollte man nur können, um seine Träume mit anderen Menschen teilen zu können. Man ist ja nicht nur ein Individuum, sondern ein soziales Wesen, man hält es allein nicht aus, und man kann auch sein Ego und seine Träume nicht von anderen Menschen abgeschlossen behaupten. Also selbst zu sein ist immer auch wir zu sein.

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      1. Wicca Secret sagt:

        Dein letzter Satz gefällt mir sehr. Sich selbst sein, ist immer auch wir zu sein. Den werde ich mir merken. Ja nur durch erzählen können wir unser Leben mit anderen teilen. Das ist sehr wichtig für uns alle.

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