Zu schön um wahr zu sein

Die Künstlervereinigung “Das Junge Rheinland” wurde vor 100 Jahren am 24. Februar gegründet. Im Kunstpalast Düsseldorf wurde zu diesem Jubiläum eine Ausstellung mit dem Titel „Zu schön, um wahr zu sein“ – Das Junge Rheinland eröffnet, die von 7.2 bis 2.6.2019 zu besuchen ist.

„Das „Junge Rheinland“ bestand zwischen 1919 und 1933 und war ein Sammelbecken für zeitweise bis zu 400 Künstlerinnen und Künstlern, die zumeist aus Düsseldorf und der näheren Umgebung stammten. Neben der Malerei, Grafik, Bildhauerei, Design und Architektur waren im „Jungen Rheinland“ auch Dichtung und Schauspielkunst vertreten. Max Ernst, Mitglied der Künstlergruppe, beschrieb rückblickend den gemeinsamen „Durst nach Leben, Poesie, nach Freiheit, dem Absoluten, nach Wissen“ als »zu schön, um wahr zu sein.«“ – ist auf der Internetseite des Museums zu lesen.

In der Ausstellung findet man Gemälden auch von Otto Dix und Max Ernst, ich wähle hier aber zwei Bilder zur Vorstellung von Künstlern aus, die ich durch diese Ausstellung kennengelernt habe. Carl Lauterbach (1906–1991) und Heinrich Nauen (1880-1940).

Heinrich Nauen war ein bedeutender Vertreter des „Rheinischen Expressionalismus“, nach seinem Studium und seiner künstlerischen Entfaltung zog er an den Niederrhein zurück, wohnte im Schloss Dilborn. Von 1921 bis 1937 war er Professor der Malerei an der Düsseldorfer Kunstakademie. Bei seinem „Damenbildnis mit Buch“ fielen mir zuerst die ausdrucksvollen Augen der Dame auf. Doch die Farben passen gut und interessant zusammen, sie sind sehr schön aufgetragen, und die Bewegung der Dame ist auch einfach reizvoll.

Carl Lauterbach: Magnolien 1937 Museum Kunstpalast Düsseldorf

Carl Lauterbach galt als revolutionärer Künstler, angebliches Opfer der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ während der 30-er Jahren, jedoch die neuen Forschungen (2012) behaupten, dass er zu dieser Zeit und auch später an verschiedenen Ausstellungen teilnehmen, und seinen Beruf ausüben durfte, so war er kein Widerständler. Die neueste Ausstellung im Kunstpalast erklärt, er malte Stillleben und Blumen, also zog sich zurück während der Nazizeit. Die „Magnolien“ gefallen mir sehr mit ihren vielen Weißnuancen, wie zum Beispiel das rosige Weiß der Blüten und das blaugraue und blassgelbe Weiß des Hintergrunds.


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