Aber was ist denn der Gans passiert?

Der Pfau ist der Debütroman von Isabel Bogdan. Meiner Meinung nach ist er eine entspannte Lektüre, die man auch in den Urlaub mitnehmen kann. Es geht in diesem Roman darum, wie schön das Leben auch sein könnte, wenn uns alle Zutaten zur Verfügung stünden und wir in der Lage wären, unser Glück zu merken und uns nichts übrig bleiben würde, nur ein wenig mehr um einander zu kümmern.

Eine sehr ruhige und lustige, außerdem leicht frivole Lektüre. Frivole zu sein: das erlauben sich Bücher nur selten. Der Pfau erinnert mich ein wenig an die Miss-Marple-Geschichten und an Jane-Austen-Romane. Die Geschichte spielt zeitlich in unserer Gegenwart, örtlich in den Schottischen Highlands. Menschen (Banker von der Investment-Abteilung) verbringen ein Paar Tage als Teambuilding auf dem großen archaischen Anwesen von Lady und Lord McIntosh im Wald, und einige von ihnen werden von einem Pfau erschreckt, oder sogar attackiert. Eine bestimmte gesellschaftliche Schicht wird beobachtet und belächelt. Dabei passieren einige geheimnisvolle Ereignisse, und alle erfahren oder tun Sachen, die sie eher verheimlichen wollen. Aber der Roman ist kein Krimi und keine Gesellschaftskritik.

Die Spannung wird nicht hochgetrieben, stattdessen wird in der Geschichte viel und spektakulär gekocht und gegessen, viel mit einander gesprochen, gesungen, Zeit im Wald verbracht, sogar in einem Whirlpool gebadet, also diejenigen Leser, die solche Sachen auch gerne genießen, werden sich beim Lesen wohl fühlen. Wenn was kriminelles mit dem Pfau geschieht, bleibt den Lesern nicht verschwiegen. Der Witz ist bei der Erzählung, dass wir (Leser) alles wichtige und nicht-wichtige von Anfang an wissen (also anders als bei einem Kriminalroman, wobei wir möglichst wenig wissen), doch die Kenntnisse der Protagonisten nur fragmentarisch sind. Sie verheimlichen ja einiges. So entstünde das ganze Bild für sie nur dann, wenn sie doch ihre Bruchstücke mit einander teilten.

Blau

Isabel Bogdan: Der Pfau, Kiepenhauer & Witsch 2016 – Exemplar der Bibliothek.

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