Lesen und mentales Wohlbefinden

Bücher können auf die Seele therapeutisch wirken. Wenn man zum Beispiel in der Arbeit sehr viel Stress erlebt, wünscht sich auf eine ruhige exotische Insel, wo 365 Tage die Sonne scheint. Dann setzt man sich doch einfach in den Sessel, nimmt „Meine Familie und andere Tiere“ von Gerald Durrell, oder eine andere typische Sommerlektüre aus…

Vermisste Gefühle

Tor Udall: Das Lied der Vögel [2017] Aus dem Englischen von Edith Hyronimus, btb Verlag 2018 ISBN 978-3-442-71720-0 Jonah verliert seine Frau, Audrey, viel zu früh. Ihm tut ihr Tod weh, die Art und Weise, wie sie ihr Leben verloren hat, und schon auch die Liebe, mit der er sie geliebt hat und noch immer…

Sie liest Hermann Hesse

„Ein zu uns in die Städte und ins Herdenleben verirrter Steppenwolf – schlagender konnte kein anderes Bild ihn zeigen, seine scheue Vereinsamung, seine Wildheit, seine Unruhe, sein Heimweh und seine Heimatlosigkeit.“ S. 22 Hermann Hesse: Der Steppenwolf Suhrkamp Taschenbuch 1975 [1955]

Der hinkende Jonathan

„In unserer Art zu reden zeigen sich unsere Eigenheiten. Unsere Sprache gehört zu uns wie unser Blick und unser Gang.“ James Krüss: Mein Urgroßvater und ich S. 27 Mein Sohn war krank vor einer Woche, hohes Fieber befiel ihn. Als es ihm schon ein wenig besser ging, begann ich ihm das Buch Mein Urgroßvater und…

Sommerlektüre 2.

Ich verabschiede die Fußball Weltmeisterschaft mit kurzen sommerlichen Buchempfehlungen aus der englischen und französischen Literatur. ⚽ Im Buch „Die Entführung der schönen Hortense“ ([1993] in Übersetzung von Eugen Helmlé Carl Hanser Verlag, 1991) sind Katzen, Hunde, Ponys echte Romanfiguren. Sie besitzen einen bestimmten Charakter, erleben Gefühle, ebenso, wie Menschen. Sie können uns allerdings viel mehr…

Lesen – doch wie

Man kann so verschieden Bücher lesen. Grundsätzlich lese ich langsam und koste besonders schöne oder ungewöhnliche Sätze oder Wörter mehrmals, bevor ich weiterlese. Ich koste Geschichten neuerdings nicht so sehr, ich interessiere mich weniger dafür, was, warum, vielleicht mehr dafür, wo, wann und wie. Es gibt vielleicht „Gourmetlektüre“, eine Art, wie literarische „Feinschmecker“ lesen, und…

Humor

Humor gehört, meiner Meinung nach, zur Literatur. Zumindest in Form der Ironie. Humor begleitet nicht unbedingt nur die heiteren Geschichten, sondert kontrastiert grausame, traurige Ereignisse, oder birgt eine unerschöpfliche Vitalität, auch wenn der künstlerische Stoff sehr düster ist.

Denken

Natürlich sollte man nicht sofort alles mitteilen, was einem einfällt. Erst denkt man darüber nach. Jedoch frage ich mich manchmal ernüchtert: „Gibt es noch Menschen, die aussagen, was sie denken? Wenn man verschweigt, was man denkt, wozu denken?“ Dann ergänze ich den Gedankengang zynisch: „Einfacher ist gar nicht zu denken. Es ist logisch dann überhaupt…

Ein Gewebe fürs Lesen

Roland Barthes schreibt im Essay Die Lust am Text (S.94.): „Text heißt Gewebe; aber während man dies Gewebe bisher immer als Produkt, einen fertigen Schleier aufgefasst hat, hinter dem sich, mehr oder weniger verborgen, der Sinn (die Wahrheit) aufhält, betonen wir jetzt bei dem Gewebe die generative Vorstellung, dass der Text durch ein ständiges Flechten…