Krieg

Christian Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten (Kiepenheuer & Witsch, 2008, Köln)

Das „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ ist eine schreckliche Vision, eine albtraumhafte Geschichte, in der Europa sich im Krieg befindet seit dem ersten Weltkrieg permanent. Es erzählt plastisch über einen wahren Krieg mit all seinen Grausamkeiten, Unmenschlichkeiten, allerdings überdimensioniert. Die Grenzen und Auswirkungen des Krieges erstrecken sich räumlich bis auf Eurasien und Nordafrika, und zeitlich über den ganzen 20. Jahrhundert bis heute und weiter in die Zukunft. Bald kann kein Mensch sich daran erinnern, wie sich Frieden anfühlt. Das Buch von Christian Kracht handelt mithin von der Verwüstung der Sprache, des Wissens, der Städte, des Geschmacks, der Gefühlen infolge eines langen, vielleicht unendlichen Kriegszustandes.

ichwerdehiersein

Der Ich-Erzähler ist ein in Afrika geborener Offizier, ein Kommissär der visionären schweizerischen Sowjetrepublik. Seine Beobachtungen sind schonungslos, diszipliniert und kalt, sein Verhalten ist loyal, immerhin distanziert. Er erfüllt seinen Auftrag, indem er auf die Suche eines sich selbstständig gemachter Oberst geht. Und er scheint auch seinen Schicksal zu erfüllen, indem er über seinen Weg bis zur gigantischen Bergfestung berichtet, und das Zerfallen dieses ideologischen Zentrums beschreibt. Dann fragt er sich: Was macht dann ihn, den Erzähler, den loyalen Offizier aus, wenn die Ideologie zusammenfällt?

Vielleicht die einzig lustige Szene im Buch:

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