Schattenspiele und Klänge

In einem wechselhaften Rhythmus auftauchende Schatten, ausgesprochenen, doch noch zu keinem sinnvollen Wort geformten Lauten und wortlose Momente.

Catching the Light“ Ausstellungsbericht 3. Teil

Die Ausstellungfokussiert sich auf die Malerei, doch zeigt auch multimediale Werke, Rauminstallationen – mit Gemälden verbunden. Clemens Fürtlers Bildmaschine 08 (2018) beruht auf einem Gerüst aus Modelleisenbahnschienen, das sich nach oben zu einem eisernen Babelturm auswächst. Unten kreisen zwei Lokomotiven auf verschiedenen Gleisen herum, und tragen auf sich kleine Lampen, die das Bauwerk in dem verdunkelten Ausstellungsraum beleuchten.

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Clemens Fürtler: Turm zu Babel (Bildmaschine 08), 2017-18, Ausstellungsansicht / installation view, Verschiedene Materialien / mixed media, 300 x 300 x 240 cm, Courtesy der Künstler / the artist, KAI 10 | Arthena Foundation
Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

Das Bauwerk hat auf der einen Seite urbane Fassade, die abhängig davon, wo sich die Lokomotiven auf ihren Gleisen befinden, vor den Augen der Betrachter auftauchen und in der Dunkelheit verschwinden – in einem wechselhaften Rhythmus. Zwischendurch zeichnen sich die Schatten des Bauwerks auf die Wand des Raums, vervielfacht und beweglich. Außer des verdunkelten Raums hängt ein schwarzweißes Gemälde, welches dieses Schattenspiel mit dem Instrumentarium der Malerei wiedergibt.

Nadia Lichtig stellt großformatige Ölmalerei, Texte und Klangkollage aus, die mit einander einen Resonanzraum bilden. Jedes Stück besteht aus kleineren Fragmenten, aus Sinn-, Klang-, Pinselstrich-, Gedankenschnipseln. Die Sieben Klangstücke (2014-2018) sind zum Beispiel aus monotonen musikalischen Fragmenten und aus ausgesprochenen, doch noch zu keinem sinnvollen Wort geformten Lauten zusammengefügt, und klingen atmosphärisch. Mich erinnern diese Klangstücke an die Arbeiten der Sound Poetry Gruppe Arf Arf, und interpretiere sie deshalb auch als Sound Poetry.

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Nadia Lichtig: Untitled (Dachboden II), 2013, Öl auf Leinwand / oil on canvas
150 x 180 cm, Courtesy die Künstlerin / the artist, KAI 10 | Arthena Foundation

Resümee zu der Ausstellung Catching the Light in KAI 10: Spannend, durchgedacht, vielfältig. Es gibt viel zu sehen und erleben, darunter auch Kunstwerke, bei denen ich diesmal wortlos blieb, obwohl sie mich beeindruckt haben. So bietet die Ausstellung natürlich noch mehr Impressionen und Entdeckungsmöglichkeiten. Überdies finden Begleitprogramme statt: 15.5. um 19 Uhr Künstlergespräch mit Nadia Lichtig, Mischa Kuball und Ludwig Seyfarth, und 7.7. um 16 Uhr Finissage mit Führung durch den Kurator Ludwig Seyfarth gefolgt von einem Gespräch mit Eberhard Havekost.

Catching the Light KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION

ASTRID BUSCH, CLEMENS FÜRTLER, EBERHARD HAVEKOST, ANNE KAMINSKY, MISCHA KUBALL, NADIA LICHTIG, URSULA OTT, JAMES TURRELL, CORINNE WASMUHT

13. April 2018 bis 7. Juli 2018

Kostenloser Eintritt Catching the Light

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