Cirkus Cirkör im Düsseldorf Festival

1995 gründete Tilde Björfors das Cirkus Cirkör in Schweden. Es tourt mit verschiedenen Produktionen um die ganze Welt und ist Stammgast im Düsseldorf Festival.

Das Cirkus Cirkör ist ein experimentelles, neues, zeitgenössisches Zirkus. Es erzählt Geschichten, hat eine philosophische-lyrische Dramaturgie, es ist ein Tanztheater mit Akrobatik ergänzt, und auch ein Show mit Musik und Lichteffekten, besonderen Werkzeugen (das ist manchmal nur ein elastischer Stoff, wie ein Schleier), die den Akrobat*innen ermöglichen, sich im Raum von oben hängend zu bewegen und dabei zu reden, überhaupt den ganzen Raum mit Bewegung zu füllen. Es ist doch Zirkus, gefährliche Kunststücke entzücken das Publikum.

epifon
Bild aus der Broschüre der Produktion

Epifónima“ ist eine neue Produktion, sie wurde auch in Schweden erst im September aufgeführt. Ihr zentrales Thema ist die Weiblichkeit. Sie ist von starken Frauen inspiriert worden und sucht die weibliche Stärke über traditionelle Rollen und Grenzen hinaus. In der Produktion arbeiten Artistinnen mit Wurzeln aus Kanada, Griechenland, Palästina, Polen, Schweden und aus dem Schweiz zusammen. So wird auf der Bühne nicht nur Englisch, doch für eine kurze Weile werden alle anderen möglichen Sprachen gesprochen.

In this production, we want to explore what happens if we break up the traditional hierarchies, think in circles rather than right angles, look one another in the eye instead of up and down, walk side by side rather than single file.“ Tilde Björfors

cirkuscirkör
Screenshot aus dem Teaser. Fotografieren darf man bei der Aufführung nicht (wegen gefährlicher Kunststücke)

Eine Szene erschreckt mich ganz an dem Anfang. Wir hören (über Lautsprecher) unheimliche Geräusche: Knirschen und Knacken von körperlichen Geweben, Fleisch und Knochen, während eine Artistin auf der Bühne groteske Bewegungen produziert, als ob ihre Körperteile keine feste Haltung hätten, als ob sie keine Knochen hätte, oder als ob ihre Knochen zerbrochen wären. Die Geräusche und die Bewegungen sind zusammen einfach schaurig. Eine Zombi-Szene. Doch in Paar Minuten gesellen andere Artistinnen zu ihr, und wirken sehr lebendig. Der Schauder wird zum Erstaunen, die Bewegungen werden zum Tanz und zur Akrobatik. Dann erscheinen große Stahlreifen, mit denen sich Akrobatinnen drehen. Ihre Gelenke sind, wie von dem Mittelpunkt des Reifens ausgehende Strahlen. Sie bilden so Räder, mit beweglichen, gelenkigen Mittelpunkten und Speichen. Später wird auch noch gesprochen auf der Bühne, poetisch, kindisch, satirisch, humorvoll, politisch, reflexiv. Und wir sehen viel Tanz, zeitgenössisches Bewegungstheater und Akrobatik.

Heute, am 27.09 findet noch eine Vorstellung von „Epifónima“ statt, das Düsseldorf Festival verspricht noch bis zum 3. Oktober weitere spannende Musik und Theater Produktionen.

 

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