Gabriele Münter in Köln

Gabriele Münter: Malen ohne Umschweife, Museum Ludwig, Köln, 15.09.2018 – 13.01.2019

Ich freue mich auf diese Ausstellung in Köln, seitdem ich über sie gelesen habe, als sie in München gezeigt worden ist*. Gabriele Münter’s Gemälde werden nicht chronologisch, sondern thematisch ausgestellt, damit es erkennbar wird: Sie ist nicht nur im Zusammenhang mit Kandinsky, ihrem Professoren und langjährigen Lebensgefährten, sondern sie ist als eigenständige Künstlerin besonders interessant.

Gabriele Münter griff einfache Themen auf, sie malte oft schöne, Licht beleuchtete Landschaften, helle, blumige Stillleben, freundliche Porträts, einfache Kompositionen. Ein (postimpressionistisches) Charakteristikum von vielen ihrer Bilder ist, dass die Formen und Gegenständen von einer schwarzen Kontur umgeben sind, die diese Gemälde auf eine abstrakte, symbolische Ebene hebt.

Sie kombinierte verschiedene Farben ganz raffiniert. Ein grünlich gemaltes Gesicht erhält zum Beispiel durch Lila und Gelb um es herum eine wahrhaft wirkende Hauptfarbe: „Bildnis von Marianne von Werefkin“. Die Malerin wählte für den Augapfel Himmelblau. Dazu kommt noch der große, zauberhafte Hut mit den grellen Blumensträußen, der unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dementsprechend bleibt der Körper der Dame hinter Schal und Mantel (oder Hemd) versteckt, so fällt das Lächeln auf. Das ganze Bild strahlt durchaus von Freude.

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Gabriele Münter: Bildnis von Marianne von Werefkin, 1909, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018.

Manche ihrer Stillleben und Landschaften strahlen einfach. Wenn der Betrachter das Bild aus verschiedenen Entfernungen betrachtet, strahlt es durch die Entfernung noch mehr. Vielleicht die hell gemalten, von dem natürlichen Licht beleuchteten Flecken, Formen und Gegenstände leuchten mit dunklen, grauen oder komplementären Farben umgeben. Oder die plastisch aufgetragene Ölfarbe als Material leuchtet in einer einschlägigen Komposition, und wird dadurch mehr als sie allein ist.

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Gabriele Münter: Stillleben vor dem gelben Haus, 1953, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018.

Gabriele Münter hatte die Begabung, das Wissen und den Mut, nicht nur zwei-drei, sondern viele Farben mit einander harmonisch zu komponieren. Ihre Bilder übermitteln mal ein leichtes Wohlgefühl, mal eine melancholische Atmosphäre. In ihrer Kunst erscheinen dekorative, ornamentale Elemente. Diese würde ich so gern als feminin bezeichnen, doch sie sind auch bei Matisse oder Gauguin zu finden.

Ansonsten hatte Gabriele Münter (1877-1962) eine romanhafte Lebensgeschichte. Womöglich war ihre Beziehung mit Kandinsky nicht nur strahlend. Der Maler, ihr Professor in einer Kunstschule in München, übte zweifellos eine gute Wirkung auf ihre Kunst aus, doch diese ist einzigartig. Ich bin von ihrer Malerei begeistert.

Mehr Information über die Ausstellung auf der Internetseite des Museums.

*Eine Ausstellung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München und der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München (in Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk und dem Museum Ludwig, Köln). Die Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung wurde 1966, 4 Jahre nach dem Tod der Künstlerin, gegründet. Sie ist dem Lenbachhaus zugeordnet, um ihren Nachlass zu bewahren und zu verwalten. Das Museum stellt ihr Werk in regelmäßigen Abständen aus.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. gerhard sagt:

    Das Münter-Haus in Murnau ist auch immer einen Besuch wert.
    https://gerhardemmerkunst.wordpress.com/2014/12/11/munter-haus-in-murnau/
    Die Ausstellung in München hab ich leider nicht auf die Reihe gekriegt, meine Frau fand sie super.

    Gefällt 1 Person

    1. Lieben Dank! Ja, sie ist super, finde ich auch. Ich war vor einer Woche in Köln, aber will die Ausstellung nochmal sehen. Auch Murnau zieht mich an. 🙂

      Gefällt 1 Person

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