Der geheimnisvolle Autor

David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick, ü: Christian Kolb, Duetsche Verlags-Anstalt, 2017 (2016)

„Es gab überhaupt keine erfolgreichen Autoren mehr, abgesehen von ganz wenigen, und das waren nicht unbedingt die besten.“ S. 324

So sieht das jedenfalls Frédéric, ein der Hauptfiguren des Buches, ein junger Romanautor, nach einem wenig erfolgreichen Debüt. Was macht denn den Erfolg aus? Gelesen werden, oder zumindest in aller Munde sein, sogar verfilmt werden. David Foenkinos hat das geschafft. Der Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ ist tatsächlich so unterhaltsam und leger, dass er für ein breites Publikum ideale Lektüre bietet. Wer französische Komödien (wie zum Beispiel „Willkommen bei den Sch’tis“) gern hat, wird seinen sarkastischen Humor, seine manchmal peinlich offenherzige Satire genießen. Vielleicht erneuert dieser Roman die literarische Sprache (trotz Verwendung von Fußnoten) nicht, doch wirft (publikumfreundlich) ein sehr interessantes Thema vor: wo genau die Tür ist, von einem Manuskript zur Veröffentlichung zu gelangen, und wo die Tür zur Literatur ist? Gibt es doch zwei verschiedene (von einander unabhängige) Türen?

„Das geheime Leben des Monsieur Pick“ spielt in der Bretagne, genauer in Crozon, in einer wunderschönen Gegend, wo laut Bekundung des Buches ein ganz besonderes, wortkarges doch höchst freundliches Völkchen lebt. Nach seinem Tod wird Monsieur Pick zu einem im ganzen Land gefeierten Schriftsteller: er solle geheim ein großartiges literarisches Werk hervorgebracht haben, das von Liebe, Tod und Poesie handelt. Das Werk wird veröffentlicht, und ändert das Leben der Angehörigen von Monsieur Pick und anderer Menschen, die mit dem Buch in Verbindung treten. Diese Menschen haben vieles zu erzählen, sie sind mal verliebt, mal verzweifelt, mal vereinsamt, mal verführt, mal angelogen, mal begehrt. Diese Erzählungen steuern dann immer neue Lebensgeschichten, Aspekte und Wendungen zur Lektüre bei.

Es geht auch darum, dass gute Literatur das Leben der Menschen, die sie lesen, so oder so, ändern kann. Eine Frage hält doch bis zum Ende des Buchs das Interesse der Figuren und der Leser wach: Ist wirklich Monsieur Pick der Autor des Bestellers? Und wenn nicht, wer der geheimnisvolle Autor ist?

Crozon

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. TeteGina sagt:

    Ich würde gerne deinen Beitrag liken aber der Button dazu ist ständig am Laden bzw. er erscheint leider nicht.. hm..

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    1. Veronika sagt:

      Lieben Dank, ich kümmere mich darum.

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  2. finbarsgift sagt:

    Also ich habe dieses Buch jedenfalls gerne gelesen 🤗
    LG vom Lu

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    1. Veronika sagt:

      Ich konnte es kaum beiseite legen 🙂 Liebe Güße, Veronika

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