Ab mit den Trugbildern

Jan Peter Bremer: Der junge Doktorand, Berlin Verlag 2019 Als Teenager bewundert man die Boheme, das Künstlerleben, wie es in Biografien und Kunstbüchern über die Moderne beschrieben ist: Kaffeehäuser-Gespräche, bahnbrechende Zusammenarbeiten, außergewöhnliche Lebenswege, großartige Lieb- und Freundschaften… Fachbücher fabrizieren sicherlich Legenden, doch die neuesten Zeiten des Kunstbetriebs sind anders. Der Roman „Der junge Doktorand“ schildert…

Tante Martl

Ursula März: Tante Martl, Piper, 2019 Ich möchte zunächst ankündigen: Ein Roman ist sowohl als Fiktion wie als Realität zu lesen, falls er behauptet, eine wahre Geschichte zu erzählen. Das Buch „Tante Martl“ ist eine Hommage an eine geliebte Person, es schreibt ihren Namen unmissverständlich in unsere Erinnerung. Ursula März erzählt über ihre Tante, also…

Der geheimnisvolle Autor

David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick, ü: Christian Kolb, Duetsche Verlags-Anstalt, 2017 (2016) „Es gab überhaupt keine erfolgreichen Autoren mehr, abgesehen von ganz wenigen, und das waren nicht unbedingt die besten.“ S. 324 So sieht das jedenfalls Frédéric, ein der Hauptfiguren des Buches, ein junger Romanautor, nach einem wenig erfolgreichen Debüt. Was macht…

Rauch

Eine Sammlung von Kurzgeschichten, wobei ich nach jeder einzelnen spontan den Kopf hob, mir die Brille von der Nase zog, schweigend vor mich hin schaute, bevor ich weiter las. Ich mag dieses Innehalten (Nachdenken ohne konkrete Schlussforderung) beim Lesen sehr. Die kurzen Geschichten wirken, wie Rauch. Das Cover ist treffend schön. Der Text scheint manchmal,…

Magie im walisischen Schloss

Antal Szerb: Die Pendragon-Legende dtv 2004 (1934) ü: Susanna Großmann-Vendrey „Die Pendragon-Legende“ handelt – inbrünstig formuliert – von der Liebe zur Bibliothek, also zum Lesen, aber es tut das so zwischen den Zeilen. Der Roman ist ein spannender und zugleich amüsanter Krimi, der sich in London (zumal in der Bibliothek des British Museum) und auf…

„Der Wald ist die erste Zeile“ – Gerhard Falkner: Schorfheide

Gerhard Falkner’s Gedichte des Zyklus „Schorfheide“ erwähnen Worte, gesagte und verschwiegene, als ob sie Gras wären. Sie führen die Leser in die Natur, als ob diese aus Buchstaben, Worten und Sätzen bestünde. Ich begann „Schorfheide“ mit Vorfreude zu lesen: alles dreht sich in diesem Lyrikband um meine Lieblingsthemen, Wald, Bäume, Gras, Buchstaben, Schriften und Worte….

Aber was ist denn der Gans passiert?

Der Pfau ist der Debütroman von Isabel Bogdan. Meiner Meinung nach ist er eine entspannte Lektüre, die man auch in den Urlaub mitnehmen kann. Es geht in diesem Roman darum, wie schön das Leben auch sein könnte, wenn uns alle Zutaten zur Verfügung stünden und wir in der Lage wären, unser Glück zu merken und…

Buchobjekte

Diese wunderschönen Buchobjekte entdeckte ich, als ich das Ausstellungsprojekt des Cecilien-Gymnasiums und der Japanischen internationalen Schule (Düsseldorf) besuchte. Heinrich-Heine- Gedichte und japanische Haiku dienten als Inspiration für die Werke aus Papier und Buchstaben. Hut ab vor den Schülern! Die Ausstellung „unDgleich“ ist bis 26. Mai im Stadtmuseum Düsseldorf zu sehen.

Charmant

Kaléko’s Gedichte zaubern ein Lächeln auf mein Gesicht. Sie sind scharfzüngig, keck, aber charmant. Die weißen Flieder duften da ganz stimmig. Mascha Kaléko: Verse für Zeitgenossen, dtv Verlagsgesellschaft 2017, [1958, 1975, 2012]

Philosophieren im Garten

Frühling: Du sitzt im Garten, die Vögel zwitschern, wunderbare Düfte schweben in der Luft. Die Goldregen sind schon verblüht, die Kamelien und die Magnolien zeigen sich eben in ihrer ganzen Pracht, aber die Tulpen fangen erst an, ihre farbige Welt zu entfalten. Du sitzt im Garten und liest oder schreibst deine Gedanken auf ein Blatt…